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"ES IST ETWAS KALT BEI EUCH!"

Eine Gruppe sansibarischer Schüler ist zu Besuch in der Gesamtschule Dabendorf. Gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern erarbeiten sie ein Projekt, das die unterschiedlichen Lebensweisen verdeutlicht.

Für Asia, Sifati, Ayman und Fami ist es der erste Aufenthalt im Ausland. Die 16- bis 20-jährigen Schüler aus dem tansanischen Uzini auf der Insel Sansibar zählen zu einer kleinen Delegation, die gegenwärtig ihre Partnerschule in Dabendorf besucht. Seit vier Jahren gibt es diese Partnerschaft, und weil im vergangenen Jahr erstmals Dabendorfer Schüler auf Sansibar weilten, trafen sich jetzt hier fast schon "alte" Bekannte.
"Für unsere Schule ist die Verbindung zu Tansania eine wahnsinnige Bereicherung", sagt Lehrerin Steffi Sköries. "Wir erleben hier Afrika live." Die Sansibarer haben sich schnell in Dabendorf eingelebt. "Nur etwas kalt ist es bei euch", sagt Asia, die 9000 Kilometer von zu Hause entfernt einen Temperaturschock zu verkraften hat. In ihrer Heimat ist jetzt Regenzeit bei mindestens 30 Grad. "Aber wir sind ja hier nicht auf Urlaub", sagt die aufgeschlossene 16-Jährige.
Die Deutschen und Afrikaner erarbeiten gemeinsam unter Anleitung der Lehrerinnen Eva Laudi, Ulrike Hildebrandt, Birgit Oede, Steffi Sköries, Karina Müller und Sibyl Grohmann ein Projekt mit dem Titel: Klanggeschichte eines Tages. "Wir wollen versuchen, die Unterschiede der Tagesabläufe unserer beiden Länder klanglich zu erarbeiten und parallel darzustellen", erläutert Ulrike Hildebrandt. Das beginne damit, dass alle Schüler Klänge für bestimmte Tätigkeiten entwickeln, also fürs Zähneputzen, Reis kochen, Feuer machen. An diesem Projekt, das am kommenden Donnerstag in der Aula der Gesamtschule mit der öffentlichen Vorstellung seinen Abschluss findet, wird in mehreren Gruppen gearbeitet.

Die l8-jährige Aymim und der 19-jährige Fami bauen mit Nils aus der 11. Klasse und anderen deutschen Schülern die Requisiten für die Aufführung: Dazu zählen ein Hahn, die Sonne und verschiedene elektrische Haushaltsgeräte, wie ein Geschirrspüler, Wasch- oder Kaffeemaschinen: "So etwas haben wir nicht", sagt Fami, "aber Computer gibt es in der Schule. Handys und Fernseher haben wir auch."
Natürlich müssen die weit gereisten Gäste nicht nur arbeiten. Da der Austausch von den RAA in Brandenburg (Regionale Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule) unterstützt wird, sind auch Ausflüge und Treffen mit anderen ausländischen Schülergruppen eingeplant und private Exkursionen mit den Gastfamilien.
"Vorher werden uns die Sansibarer bei einem Volleyballturnier noch zeigen, was sie inzwischen gelernt haben", sagt Eva Laudi. Denn die Dabendorfer hatten in Uzini unter anderem einen Volleyballplatz für die Schüler gebaut. "Da haben sie hoffentlich eifrig trainiert."

 

 

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