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Sansibar - eine kleine Insel im Indischen Ozean, 40 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt, umgeben vom türkisblauen Meer mit Korallenriffen, herrlichen Strandkulissen und das ganze Jahr über Sonne satt. Dies ist das Sansibar, wie es die Touristen kennen. Wir haben jedoch auch den Teil der Insel kennen gelernt, den normale Touristen nicht zu Gesicht bekommen- das wirkliche Leben der Sansibaris. Wir, das sind eine Gruppe aus 13 Schülerinnen und StudentInnen sowie Frau Müller und Frau Laudi und natürlich unsere Projektleiterin Birgit Mitawi.

Zusammen haben wir mit den SchülerInnen unserer Partnerschule in Uzini in den Sommerferien vier Wochen zusammen gelebt, gearbeitet, einander kennen gelernt und einen Blick in ein fremdes Land mit einer fremden Kultur gewagt.
Als wir zu Beginn der Sommerferien die knapp 7.000 Kilometer nach Sansibar hinter uns gelegt hatten und wir zunächst einige Tage zur Eingewöhnung in Chukwani blieben, wo wir neben unseren AustauschpartnerInnen auch die touristischen Attraktionen der Insel kennen lernten, verließen wir nach einigen Tagen die Zivilisation und zogen in unser neues Zuhause: das Lehrerhaus im kleinen Dorf Uzini.

Dort haben wir mit unseren PartnerInnen einen Volleyballplatz gebaut und der Schule einen neuen Farbanstrich verliehen, die Grundschulräume und die Fachbereiche Biologie, Mathematik und Erdkunde mit Bildern gestaltet, darunter auch ein Wandbild zu unserem Thema Energie, das mit einer Kombination aus Begriffen aus dem Kiswahili und dem Deutschen u. a. die Schulpartnerschaft symbolisieren soll. Unter erschwerten Bedingungen und bei kuscheligen 28°C war dies zwar nicht immer einfach, doch die Arbeit wurde mit dem "Einweihungsspiel" beim Volleyball belohnt, wobei nicht nur die Sansibaris ihren Spaß hatten.

Erstaunlich war für uns auch, dass man sich an die ärmlichen Gegebenheiten schnell gewöhnt und weder Handy, Computer, noch Fön, Makeup oder die anderen "Luxusgegenstände" vermisst, die man von Deutschland gewohnt ist, da andere Dinge einfach wichtiger sind. In Uzini hieß es: "Es wird gleich dunkel, sind die Kerosinlampen gefüllt?" oder "Haben wir noch genügend Feuerholz?".
Fernab jeglicher Zivilisation lebten wir im Busch ganz ohne Strom und ohne fließendes Wasser und wir merkten schnell, wie viel Arbeit uns in Deutschland mit Geschirrspüler und Elektroherd abgenommen wird. In dem Lehrerhaus, wo wir wohnten, gab es Wasser nur aus einem Wasserhahn vor dem Haus, das wir mit Eimern in eine große Tonne im Innenhof füllten. Mit diesem Wasser wurde auf dem Drei-Steine-Herd gekocht, es wurde auf dem Kerosinkocher erhitzt, damit wir Geschirr und Wäsche per Hand waschen konnten, es diente als Toilettenspülung und als (kalte!) Dusche und es wurde gepumpt, damit wir frisches Trinkwasser hatten. Um zu kochen musste zuerst Feuerholz gesammelt werden und es dauerte seine Zeit bis Reis, Brot, Chapatis und weitere Leckereien zum Verzehr fertig waren. Wenn es um 18.30 Uhr dunkel wurde, wurden die Kerosinlampen angezündet. Geschlafen haben wir auf Kokospalmenfasermatten unter dem Moskitonetz und jeden Abend schlummerten wir mit dem Geschrei der Busch-Babys ein.

Besonders beeindruckend war außerdem der einwöchige Aufenthalt in den Gastfamilien, wo man immer dafür gesorgt hat, dass es uns gut geht und wo wir die einmalige Möglichkeit hatten, das Leben einer afrikanischen Großfamilie noch näher kennen zu lernen. Wir wurden nicht nur als Gast behandelt, sondern auch richtig in die Familie integriert, sodass wir bei verschiedenen Tätigkeiten mithelfen konnten, sei es beim Kokosnussausraspeln, beim Kochen oder bei vielen anderen Arbeiten. Probleme gab es keine, abgesehen von einigen Sprachbarrieren, da viele Familienmitglieder ausschließlich Kiswahili sprachen und nur wenige die englische Sprache beherrschten... aber wozu hat man Hände und Füße?

Nach vier Wochen sind wir mit Erlebnissen und Eindrücken nach Deutschland zurückgekehrt, an die wir uns immer wieder gerne erinnern. Durch den Austausch lernten wir nicht nur Sansibar kennen. Wir haben wir unseren Horizont erweitert und betrachten Entwicklungsländer nun aus einem anderen Blickwinkel. Wir wurden mit bitterer Armut konfrontiert und mit unglaublicher Freundlichkeit der Einheimischen aufgenommen und nun freuen wir uns, unseren PartnerInnen genau das wiederzugeben, was sie uns gegeben haben, nämlich dann, wenn wir sie im April 2010 an unserer Schule begrüßen.

Beitrag von Sandra Grahl
 

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