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Kein Hitzefrei auf Sansibar!

Dabendorfer Gesamtschüler besuchten zum ersten Mal ihre Freunde auf der afrikanischen Insel

Jenny Uckert und die anderen zwölf Schüler der Dabendorfer Gesamtschule haben sich inzwischen wieder akklimatisiert. Auch ein Temperaturschock, wie ihn die sansibarischen Lehrer bei ihrem Besuch im Februar vor drei Jahren hier erlebt hatten, blieb ihnen erspart. "Zwar ist auf Sansibar jetzt Winter, die Temperaturen hatten es mit plus 25 bis 30 Grad Celsius trotzdem in sich", erzählt die 18-jährige Jenny über den gut vierwöchigen Aufenthalt der Schüler auf der tansanischen Insel.

Seit 2006 verbindet die Dabendorfer eine Partnerschaft mit einer Schule im 9000 Kilometer entfernten Uzini. Die Lehrerinnen Eva Laudi und Karina Müller, für die die Reise nach Tansania die zweite war, begleiteten die Schüler, die jedoch kein Sommerurlaub erwartete.

In Zusammenarbeit mit der RAA in Brandenburg (Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule), die Sansibar auf seinem Weg in eine bessere, gerechtere Zukunft unterstützt, engagierte sich jetzt auch die Dabendorfer Schule mit einem kleinen, aber ganz konkreten Projekt auf der Insel. "Wir haben fünf Schulgebäude von außen und innen gemalert und einen Volleyballplatz angelegt", berichtet Eva Laudi. Die Schulgebäude seien natürlich mit unseren überhaupt nicht zu vergleichen. "Jedes Haus hat vier bis fünf Klassenräume, ohne Fenster, ohne Türen", sagt Jenny. "Für die Sansibaris - Schüler wie Lehrer - war es die erste Malererfahrung. Die meisten von ihnen hatten vorher noch nie einen Pinsel in der Hand."

Spaß gemacht habe es trotzdem, obwohl die Temperaturen an der Kondition nagten. "Aber Hitzefrei gab's nicht", so Jenny. Größere Probleme hatten die Deutschen dann beim Bau des Volleyballplatzes, "weil es kein richtiges Handwerkszeug gab", erinnert sich Karina Müller. "Die Hacke hat schließlich zu allem gedient, zum Graben, Unkraut beseitigen und sogar zum Mähen." Es sei bei dem knochenharten Boden eine Knüppelarbeit gewesen.

"Als das Netz hing, haben wir unseren Gastgebern dann erst einmal das Volleyballspielen beigebracht", erzählt sie. Ob die Schüler und Lehrer aus Uzini schließlich die Regeln so befolgen, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall hätten sie eine ganz neue Sportart für sich entdeckt, die ihnen sichtbar viel Spaß machte. Eine ganz neue Erfahrung für die Deutschen war das Leben auf der afrikanischen Insel in Orten fern vom Tourismus. Sie haben gelebt wie die Einheimischen und mit den Einheimischen. Wasser gab es nur aus Brunnen, und geschlafen wurde auf Bettstellen mit Liegeflächen aus Palmenfasern. Das Essen war landestypisch, aber nicht jeder deutsche Magen hatte es sofort vertragen. Zum "Duschen" hatte man Eimer und Schöpfkelle. Dort, wo es keinen Strom gab, mussten Kerosinlampen regelmäßig aufgefüllt, aber vor allem geputzt und zum Kochen Feuerholz gesucht werden.

"Dennoch möchte ich keine Minute unseres Aufenthaltes missen", sagt Jenny. "Gerade die Zeit, die wir in den Gastfamilien verbringen konnten, war die schönste. Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden."

Schon jetzt freuen sich die Dabendorfer auf den Gegenbesuch der Schüler aus Uzini, der im April kommenden Jahres erfolgt.
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(Von Heidi Borchert)  

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