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Schablonen fürs Schuhwerk

Acht Pädagogen von der Insel Sansibar kommen nach Dabendorf

Jambo sagt man in Suaheli und das heißt Hallo. Wer also in der Zeit vom 6. bis 16. Februar in Zossen einer Gruppe dunkelhäutiger Menschen begegnet, kann sie so willkommen heißen. Die sechs Männer und zwei Frauen kommen aus Sansibar (Tansania) und sind Gäste der Geschwister-Scholl-Schule in Dabendorf.
Im Rahmen des langjährigen Projektes "Zukunft durch Bildung" der Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule Brandenburg e.V. (RAA) weilen die acht Lehrer für insgesamt sechs Wochen zu einem Erfahrungsaustausch in Brandenburg. Dass der Kontakt zur Dabendorfer Schule hergestellt werden konnte, ist Uta Hinze zu verdanken. Die Sozialarbeiterin hatte in einer Weiterbildungsveranstaltung der RAA von dem Projekt erfahren und Unterstützung angeboten. Sie und Sibyll Grohmann, Lehrerin für Französisch, haben nun für die weit gereisten Kollegen ein intensives Programm vorbereitet. "Sie werden unsere Schule und verschiedene Unterrichtsmethoden kennen lernen können", erläutert Uta Hinze. "Hospitationen in der Grundschule und im Dabendorfer Kindergarten sind ebenfalls eingeplant." Die Pädagogen werden in Zusammenarbeit mit den Gesamtschülern auch an verschiedenen Projekten mitwirken. Aber nicht nur arbeiten sollen die Afrikaner hier in Dabendorf: Sie werden unter anderem das Schulmuseum und das E-Werk in Zossen sowie die Bücherstadt mit den Bunkern in Wünsdorf besuchen. Untergebracht und verpflegt werden sie privat bei ihren deutschen Kollegen. "Beachten müssen wir dabei, dass es sich um Moslems handelt, also darf kein Schweinefleisch auf den Tisch", sagt die Sozialarbeiterin. Aber auch daran hatten die Gastgeber zu denken, so Hinze: "Weil unsere Gäste im Winter hierher kommen, sammeln wir warme Kleidung für sie. Selbst wenn sie sich Anoraks, dicke Hosen, Pullover oder Handschuhe hätten kaufen können, wann sollen sie die Kleidung jemals wieder tragen?" So haben sich die Deutschen die Kleidergrößen ihrer Gäste besorgt. Nur mit den Schuhgrößen haperte es, denn die meisten Menschen gehen auf Sansibar barfuß. "Also haben sie ihre Füße aufgemalt und uns als Schablonen geschickt", erzählt Uta Hinze. Für die Gesamtschule sei der Besuch eine tolle Chance, sagt sie: "Wir hoffen, dass der Kontakt und die gemeinsame Arbeit dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen, Weltoffenheit und Toleranz fördern."

MAZ-Artikel von Heidi Borchert  

Geschwister-Scholl-Schule Zossen, Triftstraße 3, 15806 Zossen/OT Dabendorf, Tel.: 03377/334324, Fax.: 03377/303368, eMail: Scholl-Gesamtschule.Zossen|at|Schulen.Brandenburg.de